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Es ist geschafft! Im OANA ist Thomas losgelaufen. Und jetzt steht er am westlichsten Punkt von Europa!

 

 

Nach knapp drei Monaten und fast 4000 Kilometer erreichte ich den westlichsten Festlandpunk Europas und somit das Ziel meiner Mikroexpedition. Ob ich meine Ziellinie überschritten oder den ersten Schritt über eine Startlinie gemacht habe, stellte sich für mich weniger als Frage, sondern viel mehr als Gewissheit, welche sich schon viele Kilometer vor dem Cabo da Roca bestätigte.

 

SHORTCLIP PORTUGAL (HIER KLICKEN)

 

Aufbruch, Erfüllung, Heimkehr – nicht nur einmal, sondern immer wieder und wieder. Das ist Leben. Das bin ich.

Als ich die Pilgerstadt Santiago de Compostela in Spanien verlassen hatte, wäre mir nicht im Traum eingefallen, dass ich bereits zwei Wochen später an meinem Ziel stehen werde. Portugal ist bekannt für sehr gute Wellen und ein angenehmes Klima in den Wintermonaten. Ich freute mich auf Weltklassewellen und war zuversichtlich, dass ich hier super Welle surfen konnte. Doch es kam anders, ganz anders. Als hätte ich Poseidon verärgert, so schickte er Tag für Tag riesige Wellen, Sturm- oder Regenfronten an die Küste. Unwetter und kurze Schönwetterlagen zogen an mir vorbei. Eine Front nach der anderen, aber kaum Wellen, welche ich surfen konnte. Es war frustrierend.

 

Das Surfen einer perfekten Welle rückte in weite Ferne und mir blieb nur eines übrig. Weiterlaufen!

Laufen ist für mich mehr als nur von A nach B zu kommen. Für mich zählen die Erlebnisse und Erfahrungen, welche ich zwischen den beiden Punkten mache. Dabei gehe ich bewusst an meine mentalen und körperlichen Grenzen. Doch ich suche die Herausforderung nicht in gefährlichen und riskanten Situationen, sondern viel mehr in mir selbst und der Auseinandersetzung mit meiner Handlung und meinen Gedanken.

 

Mein körperliches und geistiges Potential kennenzulernen, weiterzuentwickeln und niemals stillzustehen hat für mich etwas Vollkommenes.

Der Schriftsteller Ilija Trojanow sagte einmal in einem Radiointerview: «Bei extrem langen Gehunternehmungen ist es dann irgendwann so, dass der Kopf alles bewältigt hat, was sich irgendwie angesammelt hatte, und dass man dann tatsächlich in so eine Art meditative Trance, um nicht zu sagen vielleicht sogar Leere, hineingerät und dann weder denkt noch problematisiert, sondern einfach nur ist.» So würde ich auch mein Erleben beim Laufen beschreiben. Laufen ist für mich pure Freiheit, denn mit jedem Schritt kann ich bestimmen, wohin die Reise führen wird. Auch wenn ich Wegen oder Strassen folge, so gehe ich trotzdem meinen eigenen Weg und hinterlasse eine Spur.

 

Vielleicht hinterlasse ich keinen Fussabdruck auf unberührtem Land, aber bestimmt eine Spur in meinem eigenen Denken und Handeln.

Da stand ich also am Cabo da Roca. Mein Körper hat die Ziellinie erreicht, doch mein Geist hat sich schon weit von der Startlinie entfernt. Es gibt noch so viele Ideen und Projekte, welche ich umsetzen möchte. All die Erfahrungen und Erlebnissen auf dieser Mikroexpedition haben mir gezeigt, dass ich noch zu viel grösseren Abenteuern fähig bin. Oder in anderen Worten: «Das Leben ist ein Abenteuer. Lebe, fühle, liebe, lache, weine, gewinne, verliere, stolpere, doch stehe immer wieder auf und gehe weiter.»

 

 

Reise mit Thomas mit
Seine gesamte Reise kannst du hier nachverfolgen. In regelmässigen Abständen versorgt Thomas uns mit Reiseberichten, Bildern und Videos, welche hier und auf Facebook unter dem Hashtag #OANATRIP veröffentlicht werden. Stay tuned!

Wann
Eintritt